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DJV-Rundfunktagung zur IFA 2007

... es ist Tagung
     und keine(r) fährt hin

Nein, so mager wie für die geplatzte Tagung der Freien in Halle erwies sich die Teilnehmerzahl für die Veranstaltung „Zukunft des Rundfunks: Qualität“ nun doch nicht. Schätzungsweise 150 Journalistinnen waren am 3./4. September der Einladung des DJV-Bundesverbandes zur Fachtagung gefolgt. Allerdings glänzten auch hier Freie Journalisten und weibliche Teilnehmer eher als exotisches Beiwerk, denn als adäquate Vertretungen.   Sicher war diese Tatsache auch der Grund, dass sich der Tenor der drei Workshops „Arbeitsbedingungen und Qualität im Rundfunk/ Fernsehen /Online“ deutlich auf die Fragen zur Qualität verlagerte. Aber sind es nicht gerade die schwierigen Arbeitsbedingungen, die es Freien JournalistInnen aus finanziellen Gründen zunehmend unmöglich machen, an Veranstaltungen des DJV teilzunehmen? Ein Thema für die nächste Tagung?

ARD-Vorsitzender Fritz Raff, ZDF-Intendant Markus Schächter, RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel sowie weitere zahlreiche prominente Vertreter aus dem Medienbereich waren der Einladung des DJV gefolgt. Für die Verstärkung weiblicher Kompetenz sorgte die charmante Moderatorin Maybritt Illner.

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken forderte in seiner Eröffnungsrede sowohl von den privaten als auch von den öffentlich-rechtlichen Sendern Qualität als Leitlinie für alle Programme und betonte die besondere Verantwortung der Sender im Nachrichtensektor. Für den Online-Bereich, in dem die Beteiligung der Öffentlich-Rechtlichen inzwischen festgeschrieben ist, mahnte Konken ein konstruktives Miteinander aller Beteiligten ein. Der Bundesvorsitzende warnte des Weiteren vor einem zu hohen Anteil ausländischer Investoren an deutschen Medienunternehmen. Konken sieht darin Gefahr für eine freie und vielfältige Medienlandschaft in Deutschland.

Höchst engagiert, teils sehr kontrovers, meistens konstruktiv, diskutierten die Teilnehmer in den Workshops, bei den Podiumsdiskussionen und in kleinen Diskussionsrunden. Uwe Kammann, Leiter des Adolf-Grimme-Instituts, rügte in seinem Statement besonders die Sonnabendprogramme im Fernsehen als „rekordverdächtig peinlich“. Kammann hält die Gründung einer „Stiftung Medientest“ für dringendst erforderlich. Größte Einigkeit unter den Teilnehmern herrschte darüber, dass für einen wahrhaftigen, glaubhaften und gesellschaftsförderlichen Journalismus mit höchsten Qualitätsansprüchen die strikte Trennung zwischen Werbung und redaktionellen Beiträgen unabdingbar ist. Darin sahen viele Journalisten und Medienvertreter auch die eigentliche Überlegenheit und die stärkere gesellschaftliche Akzeptanz der Öffentlich-Rechtlichen gegenüber den privaten Anbietern. Freie Journalisten appellierten an die Vorbildverpflichtung der Öffentlich-Rechtlichen für eine angemessene Honorierung, einschließlich Recherchetätigkeit und Aufwandsentschädigung. Besonders im Onlinebereich räumten  ARD- und ZDF-Verantwortliche diesbezügliche Versäumnisse in der Vergangenheit ein und versprachen, künftig den Beschäftigungsanteil qualifizierter Journalisten in diesem Sektor zu erhöhen.

Die zum Abschluss geäußerte und gut gemeinte Absicht des DJV, in Kürze eine Veranstaltung nur mit Journalistinnen durchführen zu wollen, sollte noch einmal überdacht werden. Die meisten Frauen sehen die Lösung ihrer beruflichen Probleme nicht darin, gegen oder ohne ihre männlichen Kollegen zu diskutieren. Der erfolgreichere Weg liegt mit Sicherheit darin,  ihre Kollegen und die meist männlichen Entscheidungsträger für diese Fragen zu sensibilisieren und im Dialog praktikable Lösungen zu finden.

Sigrid Schönfelder

 

 

08 IFA immer kleiner

Spiel mit den Handys: Während beim
IFA-Messegeschehen die Damenwelt,
meist die ihr zugedachte Rolle spielte,
war beim Rundfunkkongress das weib-
liche Geschlecht eher spärlich vertre-
ten - vor allem auf dem Podium.
Fotos Messe Berlin  

09 IFA 2007 Sprung in die Zukunft